Wolfgang Beltracchi FREE METHOD PAINTING
Wolfgang Beltracchi     FREE METHOD PAINTING

Auditorium du Musée Fabre à Montpellier

Lecture, rentrcontre-dédicace, le 10 dècembre 2015

 

Biografie / Briefe

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SWR lesenswert Sachbuch

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ARD Morgenmagazin Buchtipp

Helene und Wolfgang Beltracchi: Einschluss mit Engeln. Gefängnisbriefe vom 31.8.2010 bis 27.10.2011
Rowohlt Verlag 2014, 480 Seiten, 24,95 Euro

 

Vielleicht erinnern Sie sich: Die Beltracchis wurden 2011 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie Bilder großer Meister fälschten und den weltweiten Kunstmarkt narrten. Ihr kriminelles Handeln und der Prozess sind hier aber weniger von Belang. Ich möchte Ihnen den Briefwechsel „Einschluss mit Engeln“ empfehlen, der eine von Jörg Magenau getroffene Auswahl aus den 8000 Briefseiten ist, die sich das Ehepaar während seiner Zeit in Untersuchungshaft geschrieben hat. 

 

Helene und Wolfgang Beltracchi: Einschluss mit Engeln

Hier halten sich zwei Menschen an ihrer Liebe, ihren Erinnerungen fest. Immer in Sorge um die Kinder draußen und im gemeinsamen Kampf, den Gefängnisalltag zu ertragen. Das ist stellenweise überwältigend. Schlägt man sonst bei so manchem Roman beim Lesen von naiven Liebesbekundungen die Hände über dem Kopf zusammen, so ist man hier ergriffen durch die Echtheit und Direktheit der Briefe.

 

Autor: Thomas Schindler
Kamera: Peter Lilischkies
Schnitt: Judith Plickert
Grafik: Manfred Schmidt, Jean-Marc Razakandrainy

 

 

2014

Selbstporträt

Die Geschichte Wolfgang Beltracchis beschreibt diese Entwicklung: Geboren und Aufgewachsen in der westfälischen Provinz nicht weit der niederländischen Grenze, hat er nach einem Hippie-Wanderleben mit Stationen in Paris, Brüssel, Amsterdam, München und Berlin, Spanien und Marokko ein zurückgezogenes, man kann fast sagen: verborgenes Leben in Südfrankreich, nicht weit von Montpellier, geführt. Der innere Wendepunkt der Biografie kam plötzlich, binnen weniger Tage. Es war die Begegnung mit seiner Frau Helene, die seine Lebensvorstellungen, sein Lebensgefühl, seine Ziele und Einstellungen von Grund auf änderte.

Gemalt  allerdings hat er vorher und nachher, und sein „Werk“ trägt die Handschriften  sehr vieler Maler in erstaunenswerter Zahl. Noch heute hängen seine Bilder in Museen, sind in Werkverzeichnissen, Kunstbüchern, Sammlungen zu sehen, ein Vorgang angesichts dessen sich die Frage nach Original und Fälschung mit neuer Dringlichkeit stellt.

Wir das möglich war, wie die Geschichte eines Künstlers verlief, der sein eigenes Werk im Können anderer realisierte, wie dabei in spielerischem Einfallsreichtum, Kennerschaft, Hedonismus, Betrug, sozialer und ästhetischer Fiktion eine Gesamtarbeit entstand, in der die einzelnen Bilder nur ein Moment einer großen Veranschaulichung der Prozeduren des Marktes und der Gier darstellen, das wird in diesem aufsehenerregenden Buch von Helene und Wolfgang Beltracchi gemeinsam erzählt.

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Die Geschichte des Fälschers Wolfgang Beltracchi ist beides: schillernder Lebensbericht eines Freigeistes und Hedonisten, Hippies und Abenteurers und brisantes Enthüllungsbuch über die Mechanismen des Kunstmarktes.

Es gibt zwei Sorten von Fälschern: diejenigen, die mehr oder weniger talentiert große Meister kopieren, und Wolfgang Beltracchi.  VANITY FAIR FRANKREICH

 

Der Jahrhundertfälscher. DER SPIEGEL

 

Was Beltracchi gemalt hat, sind keine klassischen Fälschungen, sondern eigene Kunstwerke, die den Mechanismus des Kunstmarkts offenlegen – und die, weil sie so präzise in kunsthistorische Nischen, in Marktbedürfnisse, in Desiderate hinein gemalt sind, ein präzises Epochenporträt abgeben.Sie sagen viel über die Gegenwar, ihr Bild von Kunstgeschichte, und über die ökonomischen Bedingungen von „Meisterwerken“. (…) Beltracchi malte dem System eine Fata Morgana an den Horizont; es war, als hätte plötzlich einer einen sechsten Kontinent entdeckt. NIKLAS MAAK, FAZ

 

 

 

 

2014

Einschluss mit Engeln

Vierzehn Monate haben Helene und Wolfgang Beltracchi in Untersuchungshaft gesessen, nur hundert Meter voneinander entfernt und doch strikt getrennt in der Haftanstalt Köln-Ossendorf. Gut 8000 Seiten Briefe sind in dieser Zeit zwischen ihren Zellen hin- und hergegangen, zur Versicherung, als empfindende, denkende Wesen weiterhin vorhanden zu sein, als Ausdruck der Liebe, als schreibend vollzogenes Liebesritual.

Darin schildern sie – verharmlosend, um den anderen nicht zu beunruhige – die in der Verharmlosung oft nicht leicht fasslichen Umstände ihrer Haft, ihre Geschichte und schließlich den Prozess.

Und obwohl sie täglich schreiben, erreichen die Briefbündel den anderen immer nur verspätet: Jede Seite muss von der Staatsanwaltschaft gegengelesen werden, bevor sie den Stempel mit der der Aufschrift bekommt, der sie dem Adressaten freigibt: „Beförderung und Aushändigung genehmigt, Landgericht Köln.“

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Mein Gott, Lenchen!! Alle Nachrichtensendungen auf fast allen Sendern haben unseren Kuss gesendet!! Hier im Haus ist ein richtiger Aufruhr deswegen. Alle finden dich so hübsch! Die würden ja auch gerne ihren Frauen oder Freundinnen einen Kuss geben. Wolfgang an Helene am 1.9.2011

 

Weil zwei Menschen einander fehlen, fangen sie an, einander zu schreiben. Gefängnisalltag. Dann passiert ein Schreibwunder. Die Tatsachendicht, diese ungeheure Fülle von Wirklichkeit. Alles ist gleich wichtig. Sie zählen nichts auf. Alles zählt sich selber auf. Alles, was ist und was nicht ist. So wichtig ist Schreiben nie geworden. Uns so unschuldig auch noch nie. Gar alles wird gesteigert durch die Haft, die Isolation, die Einsamkeit. Auch die Liebe. Wir erleben die Geburt der Literatur aus dem Geist der Einsamkeit. MARTIN WALSER


Wir Außenstehenden erfahren durch diese ungewöhnliche Korrespondenz, was Entzug der persönlichen Freiheit in Menschen anrichtet, die, zu ohnmächtiger Untätigkeit verurteilt, nicht wissen, wie es mit ihnen weiter gehen wird. Das Tröstliche aber ist, dass die Liebe hilft, selbst die widrigsten Lebensumstände zu überleben. GISELA FRIEDRICHSEN

 

 

2003

Tribulations

Gemälde von André Cervera - Texte von Jaques Almira

Edition Beltracchi

 


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